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LEL war ein super tolles, einmaliges Erlebnis: grandiose Landschaften, pittoreske Städtchen, FahrerInnen aus über 30 Nationen und ein Fast-Traumwetter zum Rennradfahren !

Die Organisation war super gut - an jeder Kontrollstelle waren viele ehrenamtliche Helfer, die alle freundlich und hilfsbereit waren, im Einsatz. Die Kontrollstellen waren z.T. tagelang 24 – Stunden offen. Das Essen war fast immer sehr lecker – das englische Frühstück habe ich aber meistens lieber ausgelassen (Speck und Bohnen ist nicht so meines). Übernachtet wurde in Sporthallen auf Luftmatratzen – Decken, Handtücher (wenn oft auch sehr kleine) und Duschgel waren immer vorhanden.

Die Straßen in England sind jedoch leider zum Teil sehr schlecht - große und tiefe Löcher in den Kurven bei Abfahrten sind nicht selten gewesen. Die Strecke selbst kam mir sehr entgegen - keine steile Abfahrten :-)

Um LEL zu schaffen, war mein Plan im Vorfeld, dass ich täglich etwas 300 km fahre und dann 6 – 7 Stunden schlafe.

Meine Startzeit am Sonntag war um 6.45 Uhr – ich wollte bis Market Rasen (ca. 250 km) fahren. Da ich dort bereits um 16.36 Uhr ankam – flache Strecke und Rückenwind ermöglichten einen 28er – Schnitt -, entschloß ich mich entgegen meines Planes nochmals 80 km weiter bis Pocklington zu fahren.

Diese Entscheidung war richtig, da ich dadurch am 2. Tag bis Moffat – ca. 80 km vor Edinburgh kam - und damit noch 70 km vor meiner geplanten KM-Leistung lag.

Diesen Vorsprung brauchte ich auch – der 3. Tag (Moffat – Edinburgh – Brampton) waren mit nur ca. 230 km sehr anstrengend – weitere 80 km hätte ich an diesem Tag wohl eher nicht geschafft.

Der 4. Tag lief wie geplant – der einzige Tag an dem ich abends 4 Stunden von Pocklington bis Market Rasen im Dauerregen fahren mußte. Da es warm war, war das ganze aber erträglich.

Der letzte Tag war der härteste. Nach über ca. 1.200 km mußten wir bei über 31 Grad und Gegenwind x-Hügel hochfahren - das war schon sehr anstrengend. Da ich 4 Wochen vor England an der Deutschland-Rundfahrt mitgefahren bin (9 Tage – 1.400 km – 22.000 HM), hatte ich das absolut perfekte Training. Viele Fahrer hatten am Ende mit den Hügeln und dem Wind zu kämpfen. Spaß machte mir das auch keinen mehr, aber durch die vielen Höhenmeter bei der DLRF hat es mir nichts ausgemacht.

Die einzige Blessur, die ich davon getragen habe, war eine Wasserblase an der linken Hand ab dem ersten Tag. Das kam wohl durch die schlechten Straßen und den damit verbundenen Erschütterungen.

Weit mehr als die Hälfte bin ich sicherlich ganz alleine gefahren - das hat einige Vorteile – u.a. muß man sich auf niemanden einstellen und kann tempo- und zeitmäßig fahren, wie man selbst das will und ... Engländer beherrschen das Windschattenfahren nur zu einem ganz kleinen Teil.

Die Tour durch England ist ein einmaliges Erlebnis - man lernt viele Menschen kennen - fährt ein Stück mit ihnen und verliert sie wieder. Fast alle FahrerInnen waren nett und unkompliziert - die Tour hat sie verbunden.

Ob ich LEL 2017 wieder fahre? Vielleicht. Sicherlich werde ich versuchen, im Jahr 2015 PBP – Paris – Brest – Paris zu fahren :-)

Anmerkung: es wird wohl keine Ergebnisliste geben, dies widerspricht dem Gedanken der Randonneure. Es wurde allerdings eine Dokumentation über die 5 Tage vom BBC gedreht. Wenn ich weiß, wann diese wo zu sehen ist, teile ich Euch das mit.

Artikel von: Kerstin Margraf