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Drei Nordhessen bei der Jubiläumsausgabe

Urlaubszeit ist ja meistens Reisezeit. Das dachten sich auch die drei Teammitglieder Sascha Jüds, Christian Mey und Jörg Otto und planten vor einigen Wochen ihren Heimatbesuch in alten nordhessischen Gefilden. Dabei kam die Idee auf, für den Besuch das gleiche Wochenende auszuwählen und sich an einem Tag ein bisschen gemeinsam „kulturell“ zu betätigen.

Was könnte sich dafür also gut eignen?
Ein Documenta-Besuch in Kassel, Start beim Bike-Marathon „Rund um den Zierenberg".? Nein, ein Start bei der 30. Auflage des zweitältesten Triathlons in Deutschland, dem Twistesee-Triathlon in Bad Arolsen im schönen Waldecker Land, sollte es sein.

Und so standen wir am Sonntag, den 19. August, erwartungsfroh bei der Volksdistanz mit gut 130 anderen Startern am Ufer des Twistesees, wo um 11 Uhr der Wasserstart für die 750 m lange Schwimmstrecke erfolgte. Die äußeren Bedingungen ließen mit bereits knapp 30 Grad Außen- und 24 Grad Wassertemperatur auf einen harten Wettkampf schließen. Der Neoprenanzug musste hier also in der Requisite bleiben.

Ich reihte mich als schwächerer Schwimmer in die hinteren Reihen ein und beobachtete, wie die Meute schon ungeduldig auf das Startsignal wartete. Jörg und Sascha sortierten sich weiter vorne ein und wollten gleich im Sog der schnelleren Schwimmer mitgezogen werden. Und los ging’s!
Sascha bewältigte die Schwimmstrecke als Schnellster von uns und kam als 13. mit dem Verfolgerfeld aus dem Wasser. Jörg hatte sich im Mittelfeld platziert und ich stieg im Hinterfeld zusammen mit den weniger begeisterten Wasserratten aus dem See.

Jetzt stand das erste Highlight auf dem Programm: Zum Wechselpark an der Twistesee-Halle musste vom Ufer eine 370m lange Strecke steil bergauf gelaufen werden, an deren Ende auch erst die Zeitmessung erfolgte. Der schmale Pfad ließ praktisch keine Überholvorgänge zu, so dass die Athleten wie an der Schnur gezogene Lemminge den Weg Richtung Wechselzone einschlugen. Ein interessantes Schauspiel, aber sehr beschwerlicher Natur.

Nach der Wechselzone lag nun ein sehr hügeliger und selektiver Radkurs vor uns, der uns alles abverlangen sollte. So gab es im Verlauf der gut 21 Km langen Radstrecke gleich mehrere Anstiege im zweistelligen Prozentbereich zu bewältigen, was den Anteil ehrlich erzielter Radzeiten als positiven Nebeneffekt aber wesentlich erhöhte. Athleten, die für das Windschattenfahren „anfällig“ sind, hatten bei diesem anspruchsvollen Streckenprofil wahrlich nicht viel zu lachen! Entweder ging’s den Berg hoch oder den Berg runter, immer wieder, was sich vom Anfang bis zum Ende durchzog. Nichts war also beständiger als die Unbeständigkeit dieser Strecke! Sascha musste im Spitzenfeld ein paar streckenerfahrene und hügelerprobte Einheimische an sich vorbeiziehen lassen, behielt aber mit Biss den Kontakt zu den vorderen Plätzen, während Jörg und ich ein wenig Boden gut machen und im Mittelfeld behaupten bzw. den Kontakt dazu herstellen konnten.

Zu guter Letzt folgte die ca. 5,5 Km lange Laufstrecke entlang des Sees mit einem giftigen Anstieg am Ende, die bei nun mittlerweile 35 Grad in Angriff genommen werden musste. Da waren Durchhaltevermögen und Biss gefragt. Als ich mich aus der Wechselzone auf den Weg auf die Laufstrecke machte, konnte ich gerade noch einen Blick auf den Zieleinlauf des derzeitigen Seriensiegers bei nordhessischen Triathlon-Veranstaltungen, Marc Unger vom SC Neukirchen, erhaschen, der mit knapp 8(!) Minuten Vorsprung die Konkurrenz düpierte. In der ersten Hälfte meines Laufs kam mir dann auch Sascha entgegen. Er konnte sich mit einer konzentrierten, couragierten Laufleistung noch ein paar Plätze nach vorne kämpfen und lief als 14. des Gesamtklassements über die Ziellinie. Der kleine Wermutstropfen: Drei läppische Sekunden fehlten ihm auf Platz 3 der AK! Jörg festigte auch in der letzten Teildisziplin den Mittelfeldplatz und finishte als solider 45. Ich erreichte das Ziel 2:45 Min. später und belegte den 53. Rang.

Im Anschluss schloss sich bei hochsommerlichen Temperaturen der Kreis und das komplette Team (inkl. einiger Fans) holte sich seine verdiente Abkühlung mit einem weiteren Sprung in den See, wo knapp 2 Stunden zuvor alles begonnen hatte.

Unser Fazit:
Ein wirklich heißes, schwieriges Rennen am heißesten Tag des Jahres und eine sehr gut organisierte Veranstaltung von Triathlon begeisterten Menschen der Region! Und wer weiß, vielleicht heißt es bei uns im nächsten Jahr: We do it one more time!

Für mich bleibt als Triathlon-Rookie, welcher innerhalb einer Woche seine ersten beiden Triathlon absolviert hat, noch festzuhalten, dass es in 2013 ganz bestimmt eine weitere Begegnung mit dem Triathlon als Teilnehmer geben wird. Wo auch immer dies sein wird.


Gesamtplatzierungen und Ergebnisse in der Einzelübersicht
(750m Schwimmen; 21,1 Km Radfahren; 5,5 Km Laufen):

14. Jüds, Sascha 1:20:44 14:33(13.) - 42:57(21.) - 23:14(10.) 4. AK35
45. Otto, Jörg 1:33:29 18:30(57.) - 45:11(32.) - 29:48(70.)
53. Mey, Christian 1:36:13 21:22(107.) - 47:48(47.) - 27:03(43.)

Artikel von: Christian Mey